BIK - Hamburg, 04.07.2003
Weiterbildung - Zusatzqualifikationen - lebenslanges Lernen. Das sind Schlagworte, die den Trend zur Sicherung eines Arbeitsplatzes bestimmen. Der Weiterbildungsmarkt boomt entsprechend. Einen vergleichenden Überblick über das Angebot erhält man z.B. in Form von Weiterbildungsdatenbanken im Internet.
Behinderte Menschen sind bei der Jobsuche benachteiligt. Daher sind lebenslanges Lernen und auf sie zugeschnittene Weiterbildungsangebote besonders wichtig. Der Zugang zur Informationsbeschaffung über Weiterbildungsmaßnahmen im Web ist ein Baustein zur Chancenverbesserung von Behinderten auf dem Arbeitsmarkt.
Die Bedeutung eines barrierefreien Internets für die berufliche und soziale Teilhabe behinderter Menschen wird auch durch das Bundesgleichstellungsgesetz aus dem Jahre 2002 anerkannt. Hier ist unter anderem geregelt, wie Webangebote barrierefrei zu gestalten sind und welche Übergangsfristen einzuhalten sind.
Test-Fazit: Es gibt noch viel zu tun
Die getesteten Weiterbildungsdatenbanken weisen in punkto Barrierefreiheit einen entscheidenden Vorteil auf: Sie bieten vorwiegend sachliche und text-basierte Inhalte an. Elemente wie Flash-Animationen oder programmierte Objekte, die auf einem "rein visuellen Weg" Informationen transportieren, spielen keine große Rolle und verursachen auch keine Barrieren. So sind die Internetseiten bis zu einem gewissen Grad von versierten blinden und sehbehinderten Internetsurfern nutzbar.
Trotzdem vermitteln die Seiten nicht den Eindruck, dass auf bestimmte Technologien verzichtet wurde, um das Angebot auch für behinderte Menschen zu öffnen. Zwar gibt es Ansätze in die richtige Richtung, doch wurden in der Regel sehr wichtige Aspekte nicht berücksichtigt. Die Probleme wiederholen sich, z.B. durch die häufig fehlende Betitelung von Grafiken. Insgesamt kann kein Angebot im Sinne der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) als barrierefrei bezeichnet werden.
Unser Ergebnis belegt, dass Anforderungen zur barrierefreien Web-Gestaltung nur sehr unvollständig umgesetzt werden. Und das ist nicht verwunderlich. Das Behindertengleichstellungsgesetz ist noch relativ jung und die Weiterbildungsdatenbanken bestätigen eher die Regel, als dass sie besonders auffällig in ihrer Unzugänglichkeit wären. Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Es gibt noch viel zu tun.
Für die Anbieter sind sie ein Hinweis darauf, an welchen Stellen noch gearbeitet werden muss, um auch behinderten Menschen den Zugang zu Weiterbildungsdatenbanken zu ermöglichen.
Die Testergebnisse zur Zugänglichkeit fließen mit 3% in die test-Qualitätsurteile ein und sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "test" veröffentlicht.
Im Internet zu finden unter:
www.weiterbildungstest.de
Ausführliche Testdetails finden Sie auf der BIK-Online-Homepage:
www.bik-online.info/Beratung/bik_spezial/weiterbildungsdatenbanken/index.php
Der Test wurde gemeinsam von der Stiftung Warentest und dem Projekt "BIK - barrierefrei informieren und kommunizieren" durchgeführt.
BIK ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV), des Deutschen Vereins für Blinde und Sehbehinderte in Studium und Beruf e.V. (DVBS) und der DIAS GmbH.
BIK klärt Anbieter von Web-Auftritten in punkto Barrierefreiheit auf, entwickelt individuelle Lösungswege und unterstützt die Anbieter bei der Umsetzung.
Da das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gefördert wird, ist diese Dienstleistung kostenlos.
Informationen zum Projekt und Kontaktmöglichkeiten zu den BIK-Beratern finden sich auf der Homepage: www.bik-online.info