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Menschen mit Behinderungen
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Verlasse Dich nicht allein auf Farben

Frank Reins, Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe

Warum sind Farben für viele Menschen ein Problem im Internet?

Die Barrierefreie Informationstechnikverordnung – BITV bestimmt in Ihrer Anforderung 2: „Texte und Graphiken müssen auch dann verständlich sein, wenn sie ohne Farbe betrachtet werden.“

Farben sind ein häufig verwendetes gestalterisches Mittel eine Internet-Seite optisch aufzuwerten. Problematisch wird es, wenn Farben benutzt werden, um bestimmte Informationen zum Benutzer zu transportieren. Diese Informationen können verloren gehen, da die Farben nicht wie gewünscht beim Benutzer ankommen müssen.

  • Menschen mit Farbenfehlsichtigkeit (Umgangssprachlich: Farbenblindheit) können bestimmte Farben nicht unterscheiden oder erkennen. Besonders häufig ist eine Form der gestörten Rot- und Grünwahrnehmung. Insgesamt geht man davon aus, dass in Deutschland jeder 10te Mann unter einer Farbenfehlsichtigkeit leidet. Bei Frauen ist eine Farbenfehlsichtigkeit erheblich seltener.
  • Werden Internetseiten auf einen Schwarz-Weiß-Drucker ausgedruckt, liegen die Farbinformationen nur noch in Graustufen vor. Gerade Betriebe mit hohem Druckaufkommen benutzen aus Kostengründen Schwarz-Weiß-Laserdrucker.
  • Der Browser bzw. das ganze Betriebsystem kann so auf eine eigene Farbauswahl eingestellt, dass die Farbangaben der Internetseite ignoriert werden.
  • Textorientierte und sprachorientierte Browser stellen Farbinformationen nicht zur Verfügung. Menschen mit Sehbehinderungen, die sich Internetseiten durch Ihren Computer vorlesen lassen, müssen somit auf die Informationen, die durch Farben transportiert werden, verzichten.
  • Durch die zunehmende Möglichkeiten mit mobilen Geräten das Internet zu nutzen, können Situationen entstehen, in denen Farben nicht erkennbar sind. Direkte Sonneneinstrahlung macht z.B. das Unterscheiden von Farben auf dem Display eines Notebooks nahezu unmöglich.
  • Viele Handheld Computer oder Mobiltelefone haben zwar die Möglichkeit das Internet zu nutzen, sind aber nur beschränkt oder gar nicht in der Lage Farben darzustellen.

Was passiert nun, wenn ein Webdesigner sich darauf verlässt, dass der Betrachter die neu erstellte Internet-Seite in den gleichen Farben sieht, wie er selbst?

Das folgende Beispiel zeigt eine Internet-Seite zum Bestellen von Broschüren. Die Information, ob eine Broschüren lieferbar oder nicht lieferbar ist, wird allein durch die Farbe eines kugelförmigen Symbols dargestellt.

Beispiel: Farbige Symbole

Ist nun die Unterscheidbarkeit der Farbe eingeschränkt, etwa bei einem Menschen mit einer Rot-Grün-Blindheit, geht die Information verloren und die Markierungen werden sinnlos. Der Betrachter der Internet-Seite kann nicht mehr unterscheiden, welche Broschüre vorrätig und welche ausverkauft ist, wie durch folgende Abbildung verdeutlicht.

Beispiel: Farbige Symbole in der schwarz-weiss Ansicht

Um die Markierungen auch ohne Farbinformationen unterscheidbar zu machen, müssten die Markierungen erweitert werden. Ein Lösung wäre es, eine unterscheidbare Form als weiteres Merkmal der Symbole hinzuzufügen.

Beispiel: Kombination von Form und Farbe

Haken „Grüner Haken“ und Kreuze „Rotes Kreuz“ könnten als Markierung auch von Personen mit Farbenfehlsichtigkeit unterschieden werden. Das Beispiel zeigt, dass die Kombination von Form und Farbe eine sehr zu empfehlende Möglichkeit ist, um Informationen zu transportieren, ohne sich dabei auf die Wahrnehmung der Farben zu verlassen. Ein gutes Beispiel aus dem Straßenverkehr ist die Kombination von Farbe und Form bei Verkehrsschilder. Selbst bei von Schnee verwehten Schildern können die wichtigsten Schilder, z.B. die der Vorfahrtsregelung an Kreuzungen, noch unterschieden werden.

Beispiel: Verkehrschilder zur Vorfahrtsregelung


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