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Förderschüler werfen einen Blick in die Zukunft - Erste Prämierungen beim Projekt Video Futura

Stiftung Partner für Schule NRW
Quelle: PM vom 25.10.04

Förderschüler beim Projekt Video Futura

Die Regisseure heißen nicht Spielberg, Lucas oder Emmerich; und die Filme werden nicht von Aliens, Raumschiffen und Space-Cowboys bevölkert. Dennoch ist der Blick der Schülerfilme auf die Zukunft ähnlich spannend und eindringlich, wie bei den großen Vorbildern. Insgesamt fünf Kurzfilme, die sich mit dem Thema "Zukunft" beschäftigen, wurden am 11. Oktober 2004 als erste Ergebnisse des Projektes Video-Futura im Filmmuseum Düsseldorf vorgestellt und durch Ute Schäfer, Ministerin für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW prämiert.

Gemeinsam mit der Stiftung Partner für Schule NRW hat die Apple Computer GmbH das auf drei Jahre angelegte Filmprojekt ins Leben gerufen und sponsert damit ganz bewusst die Förderschulen in NRW. Schülerinnen und Schüler von 80 dieser Schulen hatten sich für die erste Runde des Projekts mit Drehbüchern beworben. Fünf von ihnen erhielten den Zuschlag und durften ihre Werke jetzt erstmals einem größeren Publikum vorstellen. Zusätzlich wurde auf der Veranstaltung die zweite Runde des Projektes offiziell gestartet, die sich dem Thema "Beziehung" widmet. Auch hierfür haben sich wieder ca. 80 Schulen beworben, von denen fünf ausgewählt wurden.

Die Bandbreite der Filme reicht von der Adaption eines klassischen Science Fiction ("Wohin geht die Reise?") bis hin zu einer Dokumentation des zukünftigen Arbeitsalltags der Schülerinnen und Schüler. Aus der Lebenssituation der Regisseure, Darsteller und Autoren resultieren dabei besondere und individuelle Interpretation des Themas. "Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler haben mich sehr beeindruckt. Besonders interessant ist es zu beobachten, wie die Schülerinnen und Schüler die neuen Ausdrucksmöglichkeiten nutzen, die sich durch die Technik bieten, um ihre Gefühle, Stimmungen und Meinungen zu transportieren", erklärte Schulministerin Ute Schäfer.Viele der beteiligten Lehrer bestätigen nach dem Projekt, dass gerade diese Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten eine positive Auswirkung auf Motivation und Selbstwertgefühl der Schüler hatte.

Auch Frank Steinhoff, Geschäftsführer der Apple Computer GmbH zog eine positive Zwischenbilanz: "Mit Video-Futura haben wir gemeinsam ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem man eindrucksvoll sieht, was die Nutzung neuer Medien im Unterrichtsalltag bewirken kann! Die zweite Runde läuft auf vollen Touren - bis Ende November werden die Projektschulen ausgestattet und erste Einführungstrainings abgeschlossen sein." Apple Computer Deutschland stellt den Schulen im Rahmen von Video-Futura Hard- und Software zur Verfügung, die nach Ablauf des Projektes in der Schule bleiben und dort weiter genutzt werden können. Zusätzlich werden Lehrer und Schüler durch das Unternehmen im Umgang mit der Kamera und der Hard- und Software geschult.

"In der ersten Runde des Projektes wurde ganz deutlich, dass gerade in Förderschulen der projektweise Einsatz von neuen Medien besonders hilfreich sein kann, da diese spezielle Schülergruppe nur selten über ausgeprägte Erfahrungen mit neuen Techniken verfügt", erklärt Roland Berger, Geschäftsführer der Stiftung Partner für Schule NRW, die das Projekt mitinitiiert hat. Video-Futura belege, dass der Einsatz neuer Medien in einem Videoprojekt nicht nur den Umgang der Schülerinnen und Schüler mit modernen Kommunikationsmitteln fördert, sondern sich auch positiv auf deren allgemeine Motivation und den Lernerfolg auswirkt, so Berger.

Die gezeigten Filme:

Rudolf-Steiner-Schule Schloss Hamborn, Schule für Erziehungshilfe, Borchen
Titel: "Zukunft im Spannungsfeld zwischen Technologie und Ökologie"
Inhalt:
Der Film geht der Frage nach, welche Zukunftschancen sich für Schülerinnen und Schüler der Schule für Erziehungshilfe in der sich wandelnden Gesellschaft stellen. Welche Chancen dabei auch aus der Technologie für ein Leben des Menschen mit der Natur erwachsen. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich anhand des Projektes über ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten in einer sich im Spannungsfeld zwischen Technologie und Ökologie rapide verändernden Lebenswelt klar werden. Sie sollten in Teamarbeit Probleme technischer Natur, Fragestellungen zur Präsentation von Sachverhalten mit dem Medium Video lösen. Die Schülerinnen und Schüler sollten Lösungsansätze für ökologische Probleme durch den Einsatz von Technik entwickeln und sich dabei über ihre individuelle Rolle und Verantwortlichkeit in der zukünftigen Gesellschaft klar werden.

Janusz-Korczak-Schule, Schule für Geistig Behinderte, Bochum
Titel: "Schlüsselqualifikationen - Berufsorientierung"
Inhalt:
In dem Film wird ein Projekt der Schule dokumentiert, das der beruflichen Zukunft der Schülerinnen und Schüler dient. Gemeinsam wurden Bänke für den Schulhof hergestellt und im Rahmen dessen Schlüsselqualifikationen trainiert. So wurden Styroporblöcke mit Sägen zerlegt und aus diesen Blöcken pro Bank zwei gleiche Grundformen geschnitzt. Diese Grundformen wurden anschließend mit Beton dick überzogen und zu ausgewählten Tierformen detailliert weiter modelliert. Diese Erfahrungen, die mit der Videokamera festgehalten wurden zeigen, wie begeistert alle Schülerinnen und Schüler mitarbeiten, wie rücksichtsvoll sie miteinander umgehen und wie Sozialkompetenz zugunsten der Sache angewendet werden kann, ohne dies lang anbahnen zu müssen. Die soziale Kompetenz der Akzeptanz und Wertschätzung wird unter den zur Verfügung stehenden Werkräumen dennoch unter eine harte Belastungsprobe gestellt. Die Konfrontation mit nicht kompatiblen Verhaltensweisen durch eine Videoaufnahme und die Gespräche darüber haben einen Prozess des Nachdenkens bei den Schülerinnen und Schülern eingeleitet, ebenso wie gelungene Beispiele zum Nachdenken und Interessewecken geeignet sind, die den Schülerinnen und Schülern zukünftig helfen können.

Westfälische Schule für Schwerhörige, Münster
Titel: "Wohin geht die Reise?"
Inhalt:
Wie leben wir in 398 Jahren, dieser Film gibt sensationelle Einblicke in die Welt von morgen. Wie gehen wir in Zukunft miteinander um, sind wir alle geklont oder hat der genetische Zufall noch eine Chance? Mit diese Fragen beschäftigt sich der Film - genauso spannend aber sind die Trendsportarten, Tänze, Modehits und die neuesten Frisuren im Jahre 2401, dem Jahr, in dem Quorax den ultimativen Glimjui erfand. Es wurde eine sensationelle Zeitreise unternommen und im Anschluss gleich im Jahr 2401 verblieben...denn in der Zukunft wird alles gut. Die Auseinandersetzung mit dem Thema kam den Schülerinnen und Schülern, die in ihrer verbalen Ausdrucksfähigkeit sehr eingeschränkt sind, entgegen. Erlebnisse aus Jahr 2401 sollten jederzeit Bezug zur aktuellen Lebenssituation finden. Wunschvorstellungen, Ängste und Befürchtungen wurden phantasievoll in Szene gesetzt, hinterfragt und verarbeitet. Während der Fimbearbeitung am PC wurden die gemachten Erfahrungen und Einsichten vertieft. Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse haben Basiserfahrungen mit digitaler Bildbearbeitung, d. h. importieren, Dateien anlegen und einfache Diashows erstellen, exportieren und speichern gelernt.

Schule am Rödgerbach, Aachen
Titel: "Analyse eines Projekts zur Berufsvorbereitung"
Inhalt:
Der Film beleuchtet die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit Fragen zur Berufsvorbereitung. An der Schule wurde ein Werkstatt-Tag eingerichtet d. h. alle Schülerinnen und Schüler ab dem 8. Schuljahr die 14 Jahre alt sind gehen in einzelne Betriebe, um unterschiedliche Berufe hautnah kennen zu lernen. Im Film hinterfragten die Beteiligten das laufende Projekt zur Berufsvorbereitung, - findung und Integration in den Arbeitsmarkt kritisch. Das von den Lehrerinnen und Lehrern entworfene Konzept wurde mit den Möglichkeiten modernen Medien überprüft und evaluiert. Der Film suchte Antworten auf folgende Fragen: Wie sinnvoll ist der Werkstatt-Tag für uns? Wie sahen wir den Werkstatt-Tag früher, wie bewerten wir ihn jetzt? Wie ist meine Selbsteinschätzung im Hinblick auf meine Wünsche, Hoffnungen und Erfahrungen die ich für mich und für meine berufliche Zukunft sammeln konnte?

Schule für Geistigbehinderte Haus Freudenberg, Kleve
Titel: "Sind meine Träume machbar?"
Inhalt:
Die Schülerinnen und Schüler erhielten die Möglichkeit mit Hilfe einer "Wunschmaschine" in die Zukunft zu gelangen, wo sie ihr Leben nach eigenen Träumen und Vorstellungen führen können. Die meisten Schülerinnen und Schüler hatten sich bislang weniger Gedanken über ihre Zukunft gemacht, als angenommen. Dennoch hatten in Vorgesprächen fast alle Schülerinnen und Schüler ihre eigene Zukunft in den nächsten Jahren vor Augen und nicht die ferne Zukunft mit Raumschiffen, Robotern etc. So stand in Bezug auf die filmische Umsetzung die unmittelbare und individuelle Zukunftsvorstellung der Schülerinnen und Schüler in den nächsten 5 - 10 Jahren im Mittelpunkt. Alle Beteiligten erarbeiteten gemeinsam ihre Vorstellungen (z. B. das Arbeiten in einer Bäckerei, Wohnen in einer Wohngruppe etc.), um diese dann mit Requisiten oder an Originalschauplätzen zu filmen. Mit Hilfe der "Wunschmaschine", die ein findiger Schüler der Klasse entwickelt und konstruiert hat, hatte jeder die Möglichkeit in seine Zukunft zu gelangen.


Mehr erfahren Sie unter:
http://www.partner-fuer-schule.nrw.de

Im Angebot der SDC seit 01.11.04

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Themenbereiche:
Sonderschulen, Medienkompetenz, Mediennutzung durch Jugendliche / Aktivitäten für Jugendliche, Mediennutzung durch Menschen mit Behinderungen / Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen, Zielsetzung, Vorgehensweise zur Überwindung der Digitalen Spaltung, Medienpädagogische Projekte




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