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Menschen mit Behinderungen
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Informationstechnologie für Menschen mit Behinderungen.

Prof. Dr.-Ing. Christian Bühler, Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe

Computeranwendungen für behinderte Menschen sind ein herausforderndes Forschungsfeld, das zu ernsthaften Anwendungen für vermeintliche technische Spielereien führen kann. Ein Schwerpunkt der Entwicklung liegt im Bereich Eingabemedien. Bild eines Displays mit dem Symbol für Accessebility.
Die moderne Computer- und Kommunikationstechnik bietet neue Chancen für Menschen mit Behinderungen. Bis dato kaum vorstellbare technische Hilfsmittel unterstützen Menschen mit Handicaps und ermöglichen ihnen eine bessere Teilhabe in der Gesellschaft. Allerdings können nicht sämtliche im Leben notwendige Hilfen von Maschinen geleistet werden. Bei allen positiven Möglichkeiten darf man sich deshalb nicht über die vorhandenen Grenzen täuschen. Landläufig werden behinderte Menschen grob anhand der Schädigungsbilder, etwa blind, taub, gelähmt oder geistig behindert, klassifiziert - eine mit vielen Vorurteilen verknüpfte Vereinfachung. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich die Gruppe der `Behinderten´ jedoch als eine äußerst ausdifferenzierte, heterogene Personengruppe. So gibt es viel mehr Behinderungsbilder mit diversen funktionellen Einschränkungen und sozialen Auswirkungen. Dazu gehören unterschiedliche Grade von Sehbehinderung, Schwerhörigkeit (zunehmend auch bei jüngeren Menschen), angeborenen oder erworbenen Körperbehinderungen, Lernbehinderungen und geistigen Behinderungen oder altersbedingte Mehrfacheinschränkungen. Das Beispiel des genialen Astrophysikers Stephen Hawking verdeutlicht, daß wir sogenannte Nichtbehinderte keinen Grund zur Überheblichkeit haben. Die Betroffenen haben wie jeder von uns ihre individuellen Stärken und Schwächen, und keine zwei Menschen sind gleich. Wie in den meisten westlichen Industrieländern wird auch in Deutschland per Gesetz die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen postuliert. Bei aller Kritik an den gegenwärtigen Bestrebungen zum `Umbau des Sozialstaates´ tut sich hier tatsächlich einiges. Aber gerade von den weit entwickelten Staaten fordert die UNO in ihren Standardregeln mehr. Neben den sozial-integrativen Ansätzen sollen vor allem die modernen Technologien zum Nutzen von Menschen mit Behinderungen verfügbar gemacht werden. Vor dem Hintergrund der modernen Informationsgesellschaft und der demographischen Entwicklung erscheint diese Forderung sozial und ökonomisch durchaus zukunftsorientiert. Die allgemeine schnelle Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft auf Grundlage der Informations- und Kommunikationstechnik bietet viele Ansätze, Handicaps zu umgehen oder zu kompensieren. Klassischerweise steht dabei die Integration und Unterstützung im Arbeitsleben im Vordergrund. Doch auch die übrige soziale Integration und Unterstützung im privaten Bereich bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens ist gefordert. Design für alle Wir alle setzen Technik zu unserem Nutzen ein. Aber wer von uns hätte noch nicht mit der unübersichtlichen Bedienerführung von Videogeräten oder den Programmierfunktionen eines Telefons gekämpft oder angesichts der zahllosen Optionen einer DTP-Software nicht aufgegeben. Häufig reicht ein gutes, ergonomisch richtiges Design bereits aus, um vielen Menschen - auch mit Behinderungen - ein Gerät zugänglich zu machen. Dies gilt für einfache Hilfsmittel ebenso wie für komplexe Softwareprodukte. Eine gute Bedienerschnittstelle und Benutzerführung ist für alle von entscheidender Bedeutung und kann gerade Menschen mit Behinderungen die Benutzung erschließen. Ein bewußtes Design für einen breiten Markt - ein `Design für alle´- dient deshalb zugleich der Wirtschaftlichkeit und der Integration. Natürlich lassen sich nicht alle Geräte für wirklich jede Anforderung - für alle - gleichermaßen auslegen. Manche Bedürfnisse sind zu speziell und die Konsumentengruppe zu klein, um eine aus rein ökonomischer Sicht gangbare Lösung zu schaffen. Dann ist es sinnvoll, ergänzend zum `Design für alle´ spezielle technische Lösungen anzubieten, die zum Beispiel von den Krankenkassen erstattet werden. Gerade im Computerbereich bedeutet dies allerdings, daß bei Hardware- und Software immer Schnittstellen vorgesehen werden müssen, die das einfache Aufsetzen von Sonderlösungen erlauben.


Im Angebot der SDC seit 10.09.01 (tmu)

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