Kommission ruft zu koordinierten Maßnahmen auf, um den Bürgern die Informations- und Kommunikationstechnik zugänglicher zu machen
Die EU-Mitgliedstaaten sollten koordinierte Maßnahmen ergreifen, um die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) allen besser zugänglich zu machen, besonders aber behinderten und älteren Menschen, machte die Europäische Kommission heute deutlich.
In der heute angenommenen Mitteilung mit dem Titel eAccessibility - Barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnik' ruft die Kommission die Mitgliedstaaten auf, Initiativen zur Barrierefreiheit in der EU stärker in aufeinander abgestimmter Weise zu unterstützen und die Einführung entsprechender Maßnahmen durch die Wirtschaft besser zu fördern. In zwei Jahren werden die bis dahin gemachten Fortschritte überprüft und gegebenenfalls weitere Maßnahmen vorgeschlagen, nötigenfalls auch neue Rechtsvorschriften.
"Der demografische Wandel in Europa stellt eine enorme soziale Herausforderung dar, zu deren Bewältigung die Informations- und Kommunikationstechnik beitragen kann", erläuterte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. "Neue elektronische Geräte, Dienste und Technologien können eingesetzt und weiterentwickelt werden, um die Lebensqualität älterer Menschen zu heben, ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen und ihnen zu helfen, mit ihren Erfahrungen und Talenten zu Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen."
Die Kommission ist entschlossen, die Barrierefreiheit zu verbessern, denn sie ist die Voraussetzung dafür, dass alle umfassend an der Wissensgesellschaft teilhaben können. Dies gilt in besonderem Maße für ältere und auch für behinderte Menschen.
Statt sofort neue Rechtsvorschriften vorzuschlagen, hat die Kommission entschieden, zunächst die sich bietenden Möglichkeiten mit den beteiligten Kreisen, einschließlich der Nutzer, der Branche und den Normungsgremien, umfassend zu sondieren. Die Kommission wird laufende Maßnahmen wie Normung, Design für alle (DFA), Zugänglichkeit von Internetseiten und die Forschung und technologische Entwicklung weiter unterstützen und gleichzeitig vorschlagen, drei den Mitgliedstaaten zur Verfügung stehende politische Instrumente einzusetzen:
- Verbesserung der Kohärenz von Anforderungen an die Barrierefreiheit bei öffentlichen Aufträgen im Bereich der IKT,
- Prüfung des möglichen Nutzens von Zertifizierungsregelungen für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen,
- bessere Nutzung des eAccessibility-Potenzials' bestehender Rechts-vorschriften.
Die Nutzung der IKT zur Hebung der Lebensqualität und zur Verbesserung der 'elektronischen Zugänglichkeit', und zwar hauptsächlich durch eine marktorientierte Politik, ist eines der Hauptziele der
Initiative i2010, mit der eine europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung geschaffen werden soll. Nach Auffassung der Kommission ist eine verbesserte Barrierefreiheit auch für einen breiteren Kreis von Nutzen, so dass innovative Lösungen der Wirtschaft im Interesse aller Bürger und Anwender von Informations- und Kommunikationstechnik liegen.
Die heute angenommene Mitteilung berücksichtigt die wesentlichen Ergebnisse einer 2005 durchgeführten Konsultation (
siehe IP/05/371)
, aus der hervorging, dass leicht zugängliche IKT-Produkte und -Dienste in Europa noch wenig aufeinander abgestimmt sind und dass daher die Barrierefreiheit ein vorrangiges Ziel der IKT-Politik der EU bleiben sollte.
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/information_society/policy/accessibility/com_ea_2005/index_en.htm
Dieser Link öffnet ein Pdf:
http://europa.eu.int/information_society/doc/factsheets/012-eaccessibility.pdf
How Information and Communication Technologies can be made more accessible for EU citizens