Mehr als die Hälfte der Websites der britischen Regierung und der Kommunalverwaltungen enthalten Fehler auf ihren Homepages und sind problematisch, was den Zugang von Behinderten betrifft, so eine Erhebung im Vorfeld zu einer größeren World Wide Web Konferenz.
Vor der
WWW2006, die im Mai in Edinburgh stattfindet, hat eine von den Wissenschaftlern der Universität Southampton durchgeführte Untersuchung ergeben, dass 60 Prozent der Websites der britischen Regierung HTML-Fehler enthalten. Außerdem entsprechen 61 Prozent nicht vollständig den Richtlinien des World Wide Web Consortium (Web Content Accessibility Guide – WCAG), was einige Menschen am Zugang hindern könnte.
WWW2006 hat die Webmasters der britischen Kommunal- und Zentralverwaltungen aufgefordert, an der Konferenz teilzunehmen, um ihr Verständnis von den neuesten Web-Standards zu verbessern und sie zu deren Übernahme zu ermutigen.
Laut Adam Field von der School of Electronics and Computer Science (ECS) der Universität Southampton, der die Erhebung durchführte, kann eine Website gut aussehen und fehlerfrei sein, aber das heißt nicht, dass sie mit allen Browsern und bei allen Nutzern funktioniert, und sie kann möglicherweise für Menschen mit Sehbehinderungen unzugänglich sein. Das Ziel ist, dass Websites mit jedem Browser und bei jeder Bildschirmgröße funktionieren, was möglich ist, wenn die Website-Entwickler den richtigen Richtlinien folgen.
Die gute Nachricht für die britische Regierung ist, dass 25 Prozent aller Homepages fehlerfrei sind und dem WCAG vollständig entsprechen.
„Es gibt in der Regierung starke Bemühungen, die Web-Zugänglichkeit zu verbessern,“ erläuterte Field. „61 Prozent der Websites stimmen zwar nicht mit den Vorgaben des WCAG überein, aber 39 Prozent tun es, und das ist ermutigend.“
Die Konferenz, die von der Universität Southampton zusammen mit der British Computer Society und anderen internationalen Organisationen organisiert wird, versammelt die wichtigsten Persönlichkeiten der internationalen Web Community.
Von folgenden Veranstaltungen könnten die Webmaster profitieren:
- Seminar zur professionellen Entwicklung: aktuelle gute Praxis der Entwicklung und Gestaltung von Websites
- Seminar: Internationalisierung von XHTML, HTML und CSS Web Content
- Einweisung in die Standards des Web Consortium: Richtlinien zur Webzugänglichkeit
- Workshop: 3. internationaler interdisziplinärer Workshop zur Webzugänglichkeit
Die Redner auf der Konferenz, auf der bis zu 2.000 Delegierte erwartet werden, sind bedeutende Persönlichkeiten der internationalen Webtechnologie und des Kommunikationssektors, darunter Sir Tim Berners Lee, Direktor des World Wide Web Consortium, David Brown, Vorsitzender von Motorola, Mike Harris, geschäftsführender Vizevorsitzender und Gründer von Egg PLC, und Gillian Kent, Direktor von MSN.co.uk.
Anmerkungen:
- Die Untersuchung umfasste die Websites aller Regierungsabteilungen und Kommunalverwaltungen, die auf der Website mit dem DirectGov-Verzeichnis aufgeführt sind
(http://www.direct.gov.uk/DI1/Directories/fs/en).
Zum Testen durchlief jede Homepage den W3C-HTML-Validator
(http://validator.w3.org)
und dem Hermish Accessibility Evaluator
(http://www.hermish.com).
- Weitere Informationen über die WWW2006-Konferenz gibt es unter www2006.org. Die diesjährige Konferenz findet zum ersten Mal in Großbritannien statt und wird von der School of Electronics and Computer Science in Zusammenarbeit mit der British Computer Society und der Association for Computing Machinery organisiert. Sie findet vom 23. bis 26. Mai 2006 in Edinburgh statt.
- Mit ca. 480 Wissenschaftlern und 900 Studierenden ist die School of Electronics and Computer Science in Southampton eine der weltweit größten und erfolgreichsten integrierten Forschungsgruppen in den Bereichen Informatik, Software Engineering, Elektronik und Elektrotechnik. Die ECS ist ohne Konkurrenz hinsichtlich Breite und Tiefe ihres Fachwissens in ihrer weltweit führenden Forschungsarbeit, ihren Neuentwicklungen und Anwendungen.
- Die Universität Southampton gehört zu den Top Ten der britischen Forschungsuniversitäten mit weltweit hoher Anerkennung für Forschung und Lehre. Mit erstklassigen Möglichkeiten und Einrichtungen in einem breiten Fächerspektrum in Naturwissenschaften und Technik, Medizin, Künste und Humanwissenschaften bildet die Universität ca. 20.000 Studierende aus und beschäftigt 5.000 Angestellte an ihren Standorten Southampton und Winchester. Ihr jährlicher Umsatz bewegt sich bei 274 Millionen Pfund.
Southampton ist international anerkannt für seine führende Forschung in den Bereichen Technik, Naturwissenschaften, Informatik und Medizin und für seine stark unternehmerische Planung. Die Stadt beheimatet weltweit führende Forschungszentren wie z.B. das Nationale Ozeanographische Zentrum, das Institut für Klang- und Vibrationsforschung, das Forschungszentrum Optoelektronik, das Zentrum für Textilkonservierung und das Zentrum für Entwicklungsgrundlagen von Gesundheit und Krankheit.
Kontakt für weitere Informationen:
Adam Field, School of Electronics and Computer Science
Tel. 023 8059 4479
Email:
adam@www2006.org
Joyce Lewis, Communications Manager
Electronics and Computer Science, University of Southampton
Tel. 023 8059 5453
Email:
j.k.lewis@ecs.soton.ac.uk