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Nach dem ersten transnationalen Seminar des Projektes Bridge-IT am 15. Oktober 2009 in Berlin, bei dem es um das Thema Soziales Kapital ging, kamen am 22. und 23. Oktober 2009 rund dreißig Expertinnen und Experten zum zweiten Seminar in Barcelona zusammen, um sich über den thematischen Schwerpunkt der Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten durch Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich Bildung und lebenslangem Lernen auszutauschen. Dabei wurde insbesondere die Unterstützung von gesellschaftlicher Integration durch Computer und Internet in Bildungsangeboten sowie Bestrebungen zur Förderung digitaler Kompetenzen diskutiert.
In den Räumen der Universität Barcelona, welche als Koordinator des thematischen Netzwerks Bridge-IT fungiert, brachten die Teilnehmenden zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit in die Diskussion ein. Hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, die Zielgruppe in die Entwicklung und bei der Durchführung von Bildungsangeboten mit einzubeziehen. Die Anpassung der Bildungsangebote an die Bedürfnisse der Zielgruppe - als Erfahrungsbeispiel wurde die Nutzung von leichter Sprache in Computerkursen genannt - sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, von dem letztlich alle Kursteilnehmenden bei der Aneignung neuer Kompetenzen profitieren.
Es ist zudem elementar, dass die in formalen und vor allem nicht-formalen und informellen Bildungsangeboten erworbenen Kompetenzen durch offizielle Belege umfassend anerkannt werden. In dem Zusammenhang wurde auch die Notwendigkeit der gleichberechtigten Anerkennung von Abschlüssen aus anderen Ländern betont. Interkulturelle Schulung der Ausbilder und Lehrer sowie eine Fokussierung auf die Bereicherungen verschiedener Kulturen wurden ebenfalls als Bedarfe identifiziert.
Sandra Lotti aus Italien berichtete von Kindern und Jugendlichen, die begeistert die schöne Landschaft ihrer Heimatregion den anderen Kursteilnehmern am Bildschirm präsentierten. Aus ihrer Sicht können Computer und Internet sehr hilfreich sein, um Interkulturalität zu fördern. Gerade für Kinder und Jugendliche können diese farben- und bilderreichen Eindrücke neue Welten und neues Wissen eröffnen, so Lotti.
Am 30. Oktober 2009 laden die Projektpartner der Universität Florenz zum dritten transnationalen Seminar, um die Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Förderung der Integration im Bereich Arbeitsmarkt zu diskutieren. Im Frühjahr 2010 wird die Umsetzbarkeit der transnational entwickelten Handlungsempfehlungen in fünf Workshops in Tschechien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien auf nationaler Ebene geprüft.
Das thematische Netzwerk Bridge-IT findet im Rahmen des Programms zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP-Programme) der Europäischen Kommission statt. Koordiniert von der Universität Barcelona widmet es sich der Förderung der sozialen Integration und kulturellen Vielfalt durch Informations- und Kommunikationstechnologien. Während der Projektlaufzeit werden Handlungsempfehlungen in den thematischen Bereichen bürgerschaftliches Engagement, Bildung und Arbeitsmarkt erarbeitet und auf ihre Umsetzbarkeit auf nationaler Ebene überprüft.
Lesen Sie dazu auch den Bericht Brücken bauen durch soziales Kapital über das erste Treffen zum thematischen Schwerpunkt Soziales Kapital in Berlin.
Weitere Informationen zu dem Projekt und den Beteiligten Organisationen und Institutionen finden Sie unterwww.lmi.ub.es/bridgeit.
Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.