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Zum dritten Treffen in der Reihe der transnationalen Seminare des Bridge-IT Netzwerkes trafen sich am 30. Oktober 2009 Expertinnen und Experten in Florenz, um zu diskutieren, inwieweit die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt fördern kann.
In den Räumlichkeiten der Universität Florenz - Partner des Bridge-IT Netzwerkes und Koordinator der Aktivitäten in Italien - wurden die wesentlichen Vorteile der Computer- und Internetnutzung für die Suche nach einer passenden Anstellung hervorgehoben. Durch die größere Reichweite und die Möglichkeit, digitale Stellenausschreibungen mit Bewerberprofilen abzugleichen, gelingt die Suche nach der geeigneten Arbeitsstelle komfortabler und auch treffsicherer. Ein starkes persönliches Netzwerk und viele Kontakte, die auch per E-Mail und Internet gepflegt werden, können dabei helfen, in der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Projekte, die durch persönliche Vermittlung oder mit Hilfe von Datenbanken einen Kontakt zwischen Stellensuchenden und Arbeitgebern ermöglichen, können nach Ansicht der Experten nur erfolgreich sein, wenn beide Seiten einen Nutzen aus dem Matchingprozess ziehen und "finden, was sie suchen".
Es wurde gefordert, dass die Kompetenzen und Potentiale der Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund seitens der Unternehmen besser anerkannt werden. Die Bewerberinnen und Bewerber verfügen häufig über ein Repertoire von mehreren Sprachen und haben mit der Orientierung im Aufnahmeland ein hohes Maß an Flexibilität bewiesen - im Zuge der Globalisierung sind dies wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Laura Marziale vom Migrants Resource Centre aus London wünscht sich, dass Migrantinnen und Migranten ihre vorhandenen Fähigkeiten selbst annehmen und lernen, diese auch zu präsentieren. Sie berichtete von einer typischen Situation, bei der eine frisch nach London gezogene Migrantin auf die Frage nach ihren Vorkenntnissen erwiderte, dass sie bereit sei, jede Tätigkeit zu übernehmen, obwohl sie über eine Berufsausbildung und weitreichende Sprachkenntnisse verfügte. Sehr häufig sieht sich die Zielgruppe eher als Arbeiternehmer bzw. -nehmerin im Niedriglohnsektor, "obwohl sie ganz andere Stellen besetzen könnten." Im Migrants Resource Centre wurde dazu ein Action Plan entwickelt, der individuell für Personen, die dorthin kommen, erstellt wird: darin wird gegenübergestellt, was die Anforderungen für den Job ihrer Wahl sind und was die Bewerber bereits an Kenntnissen vorweisen, um herauszufinden, welche Kompetenzen sie zusätzlich benötigen. Die Einrichtung hält umfangreiche Angebote wie Bewerbertraining oder PC- und Internetkurse sowie viele Möglichkeiten zum Austausch der Zielgruppe untereinander bereit, um das Einfinden in der neuen Umgebung zu erleichtern.
Als wichtige Forderung für die Erleichterung der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt wurde die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen und Zertifikaten hervorgehoben. Gerade in Deutschland ist das Potential der Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund bedeutend, um Problemen wie Fachkräftemangel und dem demographischen Wandel zu begegnen.
Die zwei vorangegangenen transnationalen Seminare haben sich den thematischen Schwerpunkten Soziales Kapital und Bildung gewidmet - die in den drei Seminaren entwickelten Handlungsempfehlungen sollen im Frühjahr 2010 in fünf nationalen Workshops auf ihre Umsetzbarkeit in den jeweiligen Ländern geprüft werden.
Weitere Informationen zu dem Projekt und den beteiligten Organisationen und Institutionen des Netzwerkes finden Sie unter www.lmi.ub.es/bridgeit.
Weitere inhaltlich zusammenhängende Materialien finden Sie hier.