Über das Internet Sehen lernen.
Sehen lernen im Internet.
Bochumer Neurologen heben die Therapie einer Erkrankung des Seh-Zentrums weitgehend in das weltweite Netz verlagert.
"Grundsätzlich kann ich alle besser erkennen, zum Beispiel Hindernisse, auf die ich zulaufe. Auch Gegenden, Orte,
die ich früher besuchte, kann ich wieder erkennen" So beschreibt eine Patientin der Neurologie in der Bochumer UniKlinik Bergmannsheil ihr heutiges Sehvermögen. Vor kurzem noch konnte sie allenfalls Schatten erkennen.
Sie litt an der kortikalen Blindheit. Dabei ist das Auge vollkommen intakt, aber das Sehzentrum im Gehirn stark
geschädigt, als Folge eines Unfalls oder Schlaganfalls. Diese Sehstörung tritt allerdings selten auf.
PD Dr. Martin Tegenthoff und Dr. Walter Widdig von der Neurologie im Bergmannsheil hatten schon vor geraumer Zeit beobachtet, dass das geschädigte Sehzentrum durch Stimulationen wieder teilweise regeneriert werden kann.
Nun machten sie sich Computer und Internet zu Nutze. Die Übungsprogramme werden in der Klinik individuell ausgearbeitet und ins Internet gestellt. Der Patient kann dann an seinem Rechner zu Hause an der Therapie teilnehmen. Überwacht wird der Forschritt ebenfalls online von der Klinik. Die Vorteile liegen auf der Hand. Denn zuvor musste die Rehabilitationsmaßnahme stationär durchgeführt werden.
Die Therapie der Bochumer Forscher ist auf den einzelnen Patienten zugeschneidert und wird dem jeweiligen Fortschritt angepasst. Anfangs regt man das Sehzentrum in der Regel mit Hell-/Dunkel-Reizen an, später können etwa geometrische Formen hinzukommen. Schließlich wird auch die Farberkennung trainiert.
"Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten haben wir eine erhebliche Besserung beobachtet",
sagt Martin Tegenthoff. Mindestvoraussetzung für die Therapie ist, dass der Patient über eine gewisse Konzentrationsfähigkeit verfügt und zu Hause betreut wird.
Mehr erfahren Sie unter:
http://www.bergmannsheil.de/otcb
Im Angebot der SDC seit 31.10.01 (tmu)
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