Aufbereitet vom Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe (FTB) der Evangelischen Stiftung Volmarstein (ESV) auf Basis der aktuellen Daten der Bundesstatistik über Schwerbehinderte des Statistischen Bundesamts, Wiesbaden.
Anzahl Menschen mit Behinderungen (Stand 31.12.99)
Am 31.12.99 registrierten die Versorgungsämter 6,6 Mill. (6.633.466) amtlich anerkannte schwerbehinderte Menschen mit gültigem Schwerbehindertenausweis. Das entsprach einem Anteil von rund 8,1% der Gesamtbevölkerung. Etwas über die Hälfte des Personenkreises waren Männer (52,7%), 24,7% hatten einen Grad der Behinderung (GdB) von 100, 29,3% ein GdB von 50.
Behinderungsart:
| Körperbehinderung |
3.796.991 |
57,2% |
| Blindheit/ Sehbehinderung |
330.753 |
5,0% |
Sprach-oder Sprechstörungen,
Taubheit, Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen |
253.492 |
3,8% |
Geistig-seelische Behinderungen, Suchtkrankheiten |
973.941 |
14,7% |
Sonstige und ungenügend
bezeichnete Behinderungen |
1.278.289 |
19,3% |
| Insgesamt |
6.633.466 |
100% |
Der Anteil der Menschen mit Behinderungen gemessen an der Gesamtbevölkerung fällt mit 8,1% im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig niedrig aus. EUROSTAT, Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften, geht von einer Größenordnung in Bezug auf Europa von 11% aus. Der Anteil variiert von Land zu Land mit hohen Schwankungsbreiten (z.B. Griechenland: ca. 9%, Spanien: ca. 15%). Die zum Teil weitaus höheren Zahlenwerte resultieren aus verschiedenen Zählmodi in den einzelnen Ländern. In der Bundesstatistik für Schwerbehinderte werden Personen mit einem gültigen Ausweis über die Eigenschaften als Schwerbehinderter, Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder mehr, registriert. In verschiedenen Ländern, vergleichsweise in Dänemark oder den Niederlanden, gehen alle Personen mit Behinderungen in die amtlichen Statistiken ein. Zum Beispiel auch der real existierende hohe Anteil von Schwerhörigen in den einzelnen Ländern, der allerdings nach deutschem Verfahren keinen entsprechenden Niederschlag in der Bundesstatistik findet, da wir es hierbei überwiegend mit Personen zu tun haben, die einen GdB von weniger als 50 ausweisen und somit keine entsprechende Berücksichtigung finden. Daher ist auch in Deutschland von einem weitaus höherem Anteil von Menschen mit Behinderungen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung auszugehen.
Referenzen:
- The forgotten millions-Access to telecommunications for people with disabilities, European Commission DG XIII, CD-Na-15556 EN-C, Brussels; Luxembourg, 1994
- Study on the role of telecommunications systems for elderly and those with special needs-Ensuring Access for All, FTB, EC Contract No. 48442, Brussels-Luxembourg, 1999
- Sozialleistungen, Fachserie 13, Reihe 5.1 Schwerbehinderte 1999, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2000