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Menschen mit Behinderungen
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Internetcafe als Lerncenter

Carola Wolny-Hubrich

Das Berufsbildungswerk (BBW) der Evangelischen Stiftung Volmarstein (ESV) ist eine überregionale Einrichtung zur Berufsausbildung junger Menschen mit Behinderung in anerkannten Ausbildungsberufen. Hier werden körperbehinderte Jugendliche und junge Erwachsene ausgebildet und medizinisch, sozialpädagogisch und psychologisch begleitet. Etwa 340 Plätze stehen zur Verfügung. Ausgebildet wird in insgesamt 34 Berufen. Dazu zählen kaufmännische Berufe und die Bereiche Metall, Elektrotechnik, Grafik und verschiedene Berufe im Handwerk. Durchgeführt werden auch Arbeitserprobungs- und Berufsfindungsmaßnahmen sowie Förderlehrgänge zur Erlangung der Ausbildungsreife.

Foto einer Ausbildungsgruppe von I-N-A-F Im Rahmen einer fachbereichsübergreifenden Projektarbeit haben jetzt Mitarbeiter und Auszubildende des BBW Volmarstein sowie Lehrer und Schüler des angegliederten Werner-Richard-Berufskollegs ein neues Lerncenter errichtet. Sie gaben ihm den Namen I-N-A-F. Er steht für Internet, Network, Action,Fun. Es ist ein Internetcafe mit sechs Rechnern. Ausbildungsleiter Rolf Hallerbach sprach bei der Eröffnung allen Beteiligten Dank für ihr außergewöhnliches Engagement aus. "INAF ist ein offenes Lerncenter, das heißt, dass alle aus Ausbildung, Schule und Internat diesen Raum nutzen können und sollen. Sie haben hier die Möglichkeit, sich zum Beispiel die Informationen zu holen, die Sie für Ihren Lernstoff benötigen", führte Hallerbach aus. Doch nicht nur nach Feierabend, sondern auch tagsüber steht das Internetcafe den Nutzern als Lernwerkstatt zur Verfügung. Damit aber keine Reibereien oder Chaos entstehen, müssen bestimmte Regeln für die Nutzung des Internetcafes eingehalten werden. Diese Regeln hat die neunköpfige Gruppe von Rehabilitanden aufgestellt, die das Projekt im wesentlichen aufgebaut hat. Pia Langhammer erläuterte bei der Eröffnungsveranstaltung das Konzept. So werden feste Öffnungszeiten und die jeweilige Dauer der Nutzung genau festgelegt. Entstanden ist die Idee des Lerncenters vor etwa einem Jahr. Angeregt durch entsprechende Wünsche von Rehabilitanden, die Möglichkeit zur Internetnutzung einzurichten, haben sich Ausbilder und Lehrer mit interessierten Rehabilitanden zusammen gesetzt und beraten, wie dies bewerkstelligt werden könne. Zunächst trafen sie sich sporadisch. "Inzwischen ist die Gruppe stark angewachsen und hat feste Termine", weiß Michael Roffmann, Lehrer am Werner-Richard-Berufskolleg. Alfons Schach, der dem Projektteam ebenfalls von Anfang an angehört, erzählt, dass alle Arbeiten, die nötig waren, bis das Lerncenter stand, von den Rehabilitanden interdisziplinär ausgeführt worden sind. So kümmerten sich die Auszubildenden und Schüler des Kaufmännischen Bereichs um Planung und Beschaffung der notwendigen Materialien. Die Metaller bauten die Wände, die das Lerncenter vom großen Speisesaal abtrennen, die Elektrotechniker sorgten für die Verkabelungen. "Die Rehabilitanden waren sehr motiviert, haben immer wieder gute Ideen eingebracht und auch tatkräftig Lösungen geschaffen. Zum Beispiel haben sie die Stühle, die vor den PCs stehen, vom Schrott geholt und eigenhändig bezogen", beschreibt Schach das Engagement. Von dem Ergebnis ebenfalls begeistert war Kollegleiter Lothar Bücken bei der Lerncenter-Eröffnung: "Toll, dass so viele Bereiche mitgemacht haben! Und dass sie bei aller Aktivität auch noch Spaß (Fun) haben, hat sich ja treffend in dem Namen I - N - A - F niedergeschlagen."
Carola Wolny-Hubrich




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http://esv.de

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