Auf Nordamerikas Flughäfen können sich Angestellte der Flugsicherung künftig einfacher gehörlosen Fluggästen verständlich machen. Wissenschaftler der DePaul University, Chicago, haben ein Computerprogramm entwickelt, das in ein Mikrofon gesprochene Worte in die amerikanische Gebärdensprache (ASL) übersetzt. Die Gebärdensprache wird dann von
Paula, einer computeranimierten Frau, auf einem Monitor angezeigt.
Da gehörlose Passagiere die Signale des Metalldetektoren oder die Anweisungen des Personals nicht hören können, soll so die Kommunikation an den Sicherheitsstationen von Flughäfen vereinfacht und das Einchecken beschleunigt werden. Weitere Anwendungsgebiete sehen die Wissenschaftler in Hotels, Kaufhäusern und Banken.
Zentrales Anliegen der Forscher ist jedoch,
Paula Non-Profit-Organisationen im Dienst der Gehörlosen zur Verfügung zu stellen, zumal die vierjährige Entwicklungszeit hauptsächlich auf der freiwilligen Unterstützung von Experten auf dem Gebiet der Computerwissenschaft, der Telekommunikation und der Linguistik beruht. Aber auch Unternehmen der Privatwirtschaft können die Technologie erwerben. Für sie liegt der Preis für das Übersetzungsprogramm bei rund 8.000 Dollar.
Vorab kann
Paula schon mal
als Demo im Web betrachtet werden.
Ein ähnliches Angebot stellte das
ViSiCast-Projekt im März 2002 vor: die virtuelle Gebärdendolmetscherin „TESSA“, die als Übersetzerin von gesprochenem Wort in die (britische) Gebärdensprache bei der britischen Post zum Einsatz kommt.